Warum sind Zahnimplantate oft so teuer?

Der Oberkiefer, unsere Problemzone.

Oder: Warum ist die Zahnmedizin eigentlich so teuer? So wirklich teuer oft?

Wenn es in der Implantologie beziehungsweise beim implantatgetragenen Zahnersatz Probleme geben kann, dann im Oberkiefer. Diese Probleme können auftreten, wenn Patienten mit einer gewissen Restbezahnung, deren Lebensdauer sich dem Ende zu neigt, zu einer Beratung kommen, um sich über spätere Möglichkeiten einer Implantatversorgung zu informieren. Ebenfalls bereits zahnlose Menschen mit einer bestehenden Totalprothese im Oberkiefer, die sich einfach eine Alternative zu der sie psychisch belastenden Prothese wünschen, sind oft Fälle, wo es schwierig sein kann, eine gute dauerhafte Lösung für sie zu finden. Was ist hier das Problem? Es ist das vorhandene Knochenangebot, das oft zu wünschen übrig lässt, sprich, es ist einfach zu wenig an Knochen vorhanden. Das ist bei manchen Menschen einfach von Natur aus so, dass sie nicht mit Unmengen an Knochen gesegnet sind, und bei anderen Menschen hat sich binnen kürzester Zeit der Knochen nach Zahnverlust oder durch vorher bestehende Entzündungen massiv zurückentwickelt. Das geht oft echt schnell, unglaublich schnell! Und wir brauchen einfach ein gutes Fundament in Bezug auf die Höhe und vor allem in Bezug auf die Breite des Knochens. Bei unzureichendem Fundament hat ein gesetztes Implantat einfach eine klare Prognose: das Implantat wird Probleme machen, Entzündungen hervorrufen und am Ende wird man das Implantat einfach, meistens komplett schmerzfrei, verlieren. Das ist absehbar, das weiß der Behandler schon beim Einbringen des Zahnimplantats. Und das wäre eigentlich gemein gegenüber den Patienten. Aber das wird natürlich nicht gemacht sowas. Aber leider schaut auch ein schlechtes Implantat am Röntgen, was ja immer zur Kontrolle nach dem Eingriff gemacht wird, oft sehr gut aus. Fazit ist: Viele Implantate werden in deutlich zu wenig Knochen gesetzt. Eine Geschichte dazu: Vorige Woche kam eine nette 54-jährige Patientin in Begleitung ihres Gatten zu mir. Sie hatte eine bestehende 25-jährige Kronen-Brückenversorgung im Mund , aus Ungarn. Ungarn macht mir nix, wirklich nix, da ich ja auch nach Ungarn fahre. Klarerweise schaut aber diese alte Versorgung nach dieser langen Zeit einfach nicht mehr optimal aus, weil das Zahnfleisch und damit der Kieferknochen, der die Zähne hält, zurück gegangen ist. Die Optik ist nicht mehr schön, da man deutlich den Grenzverlauf zwischen der Brückenversorgung und dem Rest des eigenen Zahnes sieht, einzelne Teile der Versorgung bewegen sich leicht und die Schleimhaut um die Zähne ist da und dort etwas geschwollen, verfärbt und leicht entzündet. An sich funktioniert der Zahnersatz noch ganz gut und verursacht keine nennenswerten Beschwerden, aber sie leidet absolut nachvollziehbar unter der deutlich reduzierten Ästhetik in der Oberkieferfront. Frauen wollen schöne Zähne, das ist Fakt! Diese Region ist wichtig für Menschen, weil das die Region ist, die die Mitmenschen unbewusst zuerst wahrnehmen und sich ebenfalls unbewusst binnen Bruchteilen einer Sekunde ein Urteil über das Gegenüber bilden. So ist nämlich der Mensch programmiert. Schau auf die Frontzähne und du weißt, wer dein Gegenüber ist beziehungsweise was du von ihm halten sollst. Das war schon in der Steinzeit besonders bei der Partnerwahl wichtig. Besonders in dieser Zeit war für Frauen wichtig sich einen starken Mann auszusuchen, der imstande war die Familie zu ernähren. Starke Männer hatten alle Zwistigkeiten mit anderen Männern in der Sippe schadlos überstanden und deshalb keine Zähne verloren. Zusätzlich waren starke Oberkieferzähne ein Zeichen dafür, dass der Mann erfolgreich in der Jagd, und damit in der Beschaffung von besonders wertvollen Nahrungsmitteln, sprich Fleisch, war, weil ja eine ausreichende Ernährung zu starken Zähnen und natürlich zu sehr guter allgemeiner Gesundheit führte. Nur mit solchen Männern wollten Frauen sich paaren, einfach damit die Ernährung, der Erhalt und der Schutz der Familie gewährleistet war. Deshalb schauen Frauen immer noch unbewusst auf zu allererst auf die Zähne, als zentralen Teil des Gesichtes. Männer, das müsst ihr einfach wissen! Passt auf eure Zähne auf oder lasst diese vom Zahnarzt optimieren, ihr werdet sehen, dass dann das Liebesleben und die Partnerwahl deutlich einfacher werden wird. Das war echt ein cooler Tipp von DDr.Jahl, der erste Tipp im Blog.

Nach diesem kurzen Ausflug zurück zu der Dame, die sehr gepflegt und attraktiv war. Sie hat einfach sehr viel Wert auf ihr Äußeres und ihre Erscheinung gelegt. Sie war Angestellte im Verkauf eines Modegeschäftes und sie tat das gerne. Klarerweise waren die finanziellen Ressourcen nach oben hin irgendwo begrenzt, aber sie war durchaus bereit und sich dessen auch bewusst, dass sie gutes Geld in die Hand nehmen musste. Das wissen ja die Leute, dass gute Zähne, oder schöne Zähne, einfach gutes Geld kosten, das ist jedem klar. Ihr Wunsch waren feste Zähne, also nix zum Rausnehmen, und sie wusste und spürte, dass keiner der vorhandenen Zähne ernsthaft zu erhalten war oder für eine zukünftige Versorgung zu verwenden war. Das spüren Menschen, einfach auch deshalb, weil sie die unbefriedigende Situation bereits lange beobachten und sich Gedanken machen, bevor sie sich beraten lassen. Zusätzlich wird natürlich vorab Dr.Google konsultiert, der ganz schön viele Lösungen binnen Sekundenbruchteilen für die Suchenden findet. Gewiss war ich nicht der erste zu Rate gezogene Arzt, aber das alles stellt kein Problem dar. Sie meinte auch, dass es für sie klar ist, dass eine Prothese für sie keinesfalls in Frage komme. Es müssen feste Zähne auf Implantaten sein! Nach einem insgesamt echt netten Gespräch, und nach dieser Vorgabe wegen der Prothese einigten wir uns darauf ein 3D-Röntgen zu machen, um einfach einen Befund über Zähne und vor allem über den verfügbaren Knochen zu haben. Sie war bereits über die ungefähren Kosten, und die sind ja nicht unbeträchtlich, einer „All on 4“-Behandlung informiert, da alles auf meiner Homepage zu finden ist. Information ist wichtig für die Menschen, das ist mein Credo. Je mehr Information, desto besser. Und, vor allem: Patienten haben ein Recht auf Information, genug mit dieser Geheimniskrämerei zu Lasten leidender Menschen, die Hilfe brauchen. Nach 10 Minuten war die Untersuchung fertig und die Dame mit ihrem Mann wieder bei mir zur geplanten Besprechung, die ich in vielen Fällen live mache. Live heißt, dass ich im Beisein der Patientin das Programm am PC öffne und es vorher noch gar nicht angesehen habe, um zu wissen, was möglich oder eben nicht möglich sein wird. Alles also live, unvorbereitet, ungeschönt und ungeschnitten. Im Beisein der Patientin öffne ich nun also das Planungsprogramm und schaue mir die Kiefer, den Knochen und die Zähne einmal genau an………

To be continued .. Teil 3 folgt in Kürze

Teil 1: Blog: Der See, das Haus, Zahnimplantate und Patienten

 


Fertörakos-Kroisbach

Blog: Der See, das Haus, Zahnimplantate und Patienten

Jetzt, Mitte Juli 2019, sitze ich also abends, oder besser frühabends, da es noch recht hell ist, ganz alleine auf der Terrasse meines kleinen Häuschens am Neusiedlersee. Mein Abendessen war selbstgemacht und dementsprechend anspruchsvoll: 2 Eier mit Schinken und Käse, schön in der Pfanne bis zum bitteren Ende ganz knusprig gebraten. Selbstgemacht ist ja irgendwie auch logisch, wenn man alleine ist, aber es war gut, weil heute einfach auch ein echt voll schöner Tag war und eigentlich immer noch ist. Hier am See, neben der Marina am Neusiedlersee, da gefällt es mir einfach.

Das Haus am See

Ich habe mir dieses Häuschen mit stolzen 56 m² vor zwei Jahren zugelegt, einfach deshalb, weil ich immer so etwas am Wasser haben wollte. Mein kleines Haus ist ein Holzhaus mit Schilfdach, zweigeschossig, mit Zugang zum Wasser von der Terrasse aus. Es ist romantisch und verträumt hier, und man findet tatsächlich seine Ruhe und seine Entspannung. Das mit einem Haus am Wasser, beziehungsweise am See, war immer ein Traum von mir, aber in Österreich ganz schwer zu bekommen. Nun sitze ich in Fertörakos, ehemals Kroisbach, Ungarn, einer entzückenden Gemeinde gleich nach Sopron, wo es Ungarns einzigen Seezugang zum Neusiedlersee ( ungarisch: Fertö) gibt. Derzeit findet hier das größte Bauprojekt statt, das der Neusiedlersee wahrscheinlich je gesehen hat. Die Ungarn rüsten touristisch gewaltig auf, der Plan ist tatsächlich beeindruckend. Wie genau das in diesem Naturschutzgebiet überhaupt stattfinden kann, beziehungsweise wie es um den Umweltschutz steht, das wird derzeit unter Verschluss gehalten und wir alle können uns nur überraschen lassen.

Ich bin hier nur 2 km von Mörbisch entfernt, also von der Heimat, aber irgendwie ist es doch eine andere Welt, tatsächlich eine ganz andere Welt, in fast allen Belangen. Dazu sicher später mehr. Heute bin ich das erste Mal alleine hier, ganz alleine. Und heute ist der Test! Test insofern, da ich schauen und wissen will, wie und ob ich mich hier wirklich und tatsächlich so wohlfühle alleine, wie ich es mir denke, beziehungsweise wie ich es mir erhoffe. Bis dato war immer meine Familie mit, meine Frau und meine beiden Rabauken, die sich derzeit in einer akuten unbehandelbaren Hormonkrise befindlichen jugendlichen Söhne, die heute ihr Zeugnis bekommen haben. Zeugnis ok, Papa zufrieden. Eigentlich sehr zufrieden, nachdem ich aus Neugier mein altes Zeugnis von der 4. Klasse Gymnasium ganz heimlich und alleine herausgekramt habe, einfach weil ich wissen wollte, wie ich damals eigentlich war. „Wenig Zufriedenstellend“  beim Verhalten in der Schule, das musste ich heute erfahren, eine Erinnerung daran gibt es meinerseits eher nicht mehr. Und: kein einziges „Sehr Gut“, nicht einmal in Religion oder in den Leibesübungen, das heute wieder Turnen heißt. Und Turnen klingt besser irgendwie. Meine Frau wollte und will einfach kein Wochenendhaus. Irgendwie verständlich, weil es ja auch angeblich Arbeit macht, und ich gebe zu, dass Vieles dieser Arbeit meine Frau machen muss. Wir Männer sehen aber keine Arbeit, wenn wir etwas wollen. Wir wollen haben, einfach haben, ohne nachdenken über Staubsaugen und so. Aber ich fühle mich hier einfach inspiriert und entspannt, und das nur 90 Minuten, wenn alles ganz gut geht mit dem Verkehr, von zuhause entfernt.

Der Zahn löst sich auf....

Gestern habe ich mir übrigens einen Zahn ausgebissen, einfach so, ganz ohne Zutun, ohne Essen oder kauen, einfach so beim Unterhalten mit einem Freund während eines Fußballmatches. Es hat sich mit der Zunge wenigstens so angefühlt, als ob der halbe Zahn weg wäre und ich war so erschrocken, als ich bemerkt hatte, dass ich für gute 5 Minuten echte Probleme beim Reden hatte, vor allem mit S-Lauten. Zuhause angekommen stellte ich fest, dass nur ein Viertel des Zahnes weg war, Nein, in Wirklichkeit nur ganz wenig, aber das reichte. Und man fühlt sich wirklich eigenartig so ohne Zahn, irgendwie denkt man, als ob jetzt der akute körperliche  Verfall eingetreten ist. Zusätzlich tut die sensible Zunge wirklich spätestens nach einer Stunde dermaßen weh, weil man automatisch immer mit der Zungenspitze unbewusst beim scharfkantigen abgebrochenen Zahn ist. Und das macht die Zunge besonders gern, wenn es sich um einen Frontzahn handelt wie bei mir. Anruf bei meiner Assistentin, die mir dann heute um 9 Uhr in der Früh den Zahn mühevoll repariert hat. Man liegt wirklich fast ausgeliefert da, muss den Mund sehr lange aktiv und sehr weit offenhalten, versucht wegen der notwendigen Wasserkühlung verzweifelt nicht zu ersticken, muss auf seine Zunge aufpassen, dass die Zunge nicht in den Bohrer gelangt und während  der Behandlung muss man auch noch angestrengt die Augen geschlossen halten, weil die neuen LED-Lichtquellen tatsächlich durch das Auge bis ins Hirn leuchten, jedenfalls glaubt man das in dieser Situation. Und so eine Situation ist für niemanden angenehm, das merkt man erst wieder, wenn man selber so daliegt. Demut! Man muss immer wieder selber in die Rolle des Patienten schlüpfen, einfach um mitfühlen zu können. Er schaut nun übrigens wieder wunderschön aus, der Zahn, man sieht überhaupt nichts mehr- der Zahn schaut aus wie ein Zahn, und das ist gut so. Die letzte Therapie, oder Füllung (Plombe bei den Menschen- ein fürchterliches Wort), bei diesem Zahn hat auch meine Assistentin gemacht und das hat fast 2 Jahre gehalten. Warum ich das erzähle? Weil 2 Zahnärzte das vorher auch gemacht haben, wobei die Füllung des ersten Zahnarztes schon nach einem Tag wieder verloren war, die Füllung des zweiten Zahnarztes wenigstens eine Woche gehalten hat. Und deshalb ließ ich mich vor 2 Jahren dann von meiner Dame behandeln, die gar kein Zahnarzt ist, aber deren Therapie hat fast 2 Jahre funktioniert. Was sagt uns das? Es lässt uns langsam zum Thema kommen. Im Oktober 2016 habe ich mit 2 Kollegen bereits ein Buch geschrieben, besser gesagt einen Patientenratgeber zum kompletten Thema der Zahnmedizin. Es war das erste Buch, gut, also es war und ist, im Nachhinein betrachtet noch nicht ganz optimal in vielen Bereichen. Der Inhalt war allerdings sehr gut geschrieben, da es  Patienten oder betroffenen Menschen wirklich viele Fragen beantwortet, auf die man sonst keine Antwort erhalten würde. Zusätzlicher Inhalt waren Patientenirrtümer und die häufigsten Patientenfragen, und auch Anleitungen wie und was man eigentlich seinen Zahnarzt fragen sollte. Wir haben keinen Preis bekommen ob unserer herausragender schriftstellerischer Tätigkeit und die Einnahmen haben bei weitem nicht die Produktionskosten gedeckt, aber erstens hat es Spaß gemacht das Buch zu schreiben und zweitens hat es die Lust und das Verlangen geweckt das irgendwie weiter zu betreiben. Warum? Weil die ganze Zahnmedizin so viele Geheimnisse hat für Patienten und für Menschen, die mit den Zähnen Probleme haben, und weil sonst niemand darüber spricht oder schreibt. Da will ja auch niemand darüber reden eigentlich, weil es ein sehr intimes Thema ist. Die Zahnmedizin ist zusätzlich auch deutlich komplexer und schwieriger als es die Patienten meinen und umgekehrt wird seitens der Zahnärzteschaft vieles anscheinend absichtlich im Verborgenen gehalten, so könnte man tatsächlich meinen, wenn man mit Patienten über deren Erfahrungen und Erlebnisse spricht.

Aber zu all dem dann einfach später.

Das Buch, beziehungsweise dieser Blog: Es ist also eine Idee und mein Wunsch dieses Projekt jetzt umzusetzen. Eigentlich fehlt mir gänzlich die Zeit, da ich beruflich und privat tatsächlich genug zu tun habe oder hätte, auch weil ich manchmal einfach auf der Couch liegen will, einfach so, aber ich nehme mir diese Zeit einfach, weil es mir ein Bedürfnis ist. Und es gibt ja soviel, wirklich viel, zu erzählen! Und das sehr oft eben genau hier in Ungarn am See, einfach deshalb, weil hier Ruhe herrscht und weil die Gegend sehr inspirierend ist. Der Niavarani hat übrigens sein letztes hervorragendes Buch auch in einer Hütte am See, allerdings auf der österreichischen Seite, (wahrscheinlich weil er deutlich mehr verdient als ich) spielen lassen, wo er mit seinem Nachbarn nächtens isst, trinkt, isst, trinkt, philosophiert, trinkt und sich gegenseitig Geschichten erzählt. Ich werde versuchen auch hier manche Geschichten zu erzählen, weil Geschichten einfach persönlicher sind, aber vielleicht auch das Lesen erleichtern. Und jetzt ziehe ich mir endlich eine lange Hose an, einfach wegen der Gelsen, und die sind sowohl in Österreich, als auch in Ungarn blutrünstig aber eben staatenlos. Aber Alles hat eben auch seine Nachteile….

To be continued…..